Das Antibiotikum und seine Gefahren

Ein Antibiotikum ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien eingesetzt wird. Antibiotika zählen immer noch zu den wirksamsten Arzneien. Beispielsweise starben früher 95 Prozent aller Patienten mit Hirnhautentzündung, heute überleben 95 Prozent. Bei schweren Infektionen von Nervensystem, Nieren, Blut oder Lungen können sie lebensrettend sein. Bei ganz normalen Ohren-, Augen- oder Blasenentzündungen sind sie jedoch nicht erforderlich. Dazu können Antibiotika schwere Nebenwirkungen mit sich bringen und weiteren Infektionen Raum gewähren. Dadurch geht vom Antibiotikum eine immer größer werdende Gefahr aus. 

Nutzen und Wirkung von Antibiotika

Das Wort Antibiotikum kommt aus dem altgriechischen und bedeutet übersetzt: gegen das Leben. Dem gegenüber steht das Probiotikum, was „für das Leben“ bedeutet. Antibiotika  sollen das Abwehrsystem des Körpers dabei unterstützen, krankmachende Bakterien abzutöten. Dies wird dann notwendig, wenn Bakterien in den Körper eingedrungen sind und sich vermehren. Dadurch wird eine Entzündung ausgelöst und bestimmte Organe werden beschädigt. Dabei gibt es unterschiedliche Wirkungsweisen eines Antibiotikums. Einige töten die Bakterien direkt ab, andere verhindern ihre Verbreitung. Gegen Vireninfektionen sind Antibiotika absolut nutzlos. Und auch die Tatsache, dass Antibiotika nicht nur die krankmachenden Bakterien abtöten, sondern auch die nützlichen machen es zu einem Mittel, das nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden sollte. 

Warum wirkt das Antibiotikum nicht mehr?

1928 entdeckte Alexander Fleming den Wirkstoff Penicillin, das erste Antibiotikum. Eigentlich ist das Penicillin ein richtiges Naturheilmittel, da es aus den Wirkstoffen eines Pilzes gewonnen wird. Dieses Mittel, das im Gegensatz zu all den anderen Arzneien wirklich gesund machen kann und nicht bloß Symptome bekämpft, wurde in den letzten 60 Jahren zu einem der meist „missbrauchten“ Mittel. Ein großes Problem ist, dass Antibiotika viel zu leichtfertig verschrieben und viel zu häufig eingenommen werden. Bereits in den 80er Jahren wurde in den USA festgestellt, dass in der Hälfte der Fälle ein Antibiotikum nicht notwendig war, das falsche Antibiotikum verschrieben wurde oder eine falsche Dosierung angegeben wurde. In den letzten Jahren und verstärkt in den letzten Wochen wird diese Thematik in Österreich bzw. Europa medial sehr groß verbreitet und es wird versucht, ein Bewusstsein dafür zu schaffen. 

Antibiotika zählen zu den weltweit am meisten verschriebenen Medikamenten und stellen einen großen wirtschaftlichen Faktor für das medizinische System dar. Unter anderem führt dies dazu, dass Antibiotika auch gegen Krankheiten verschrieben werden, gegen die ein Antibiotikum gar nicht wirken kann. Sie werden für alle möglichen Infektionen verschrieben, obwohl bereits Medizinstudenten im ersten Semester lernen, dass Antibiotika gegen Viren nicht helfen. Die häufigsten Infektionskrankheiten sind Erkrankungen mit Viren wie etwa Erkältungen oder Infektionen der Atemwege. Trotzdem verordnen viele Ärzte Antibiotika bei akuter Bronchitis oder sonstigen Erkältungskrankheiten. Antibiotika werden oftmals zur „Beruhigung“ der Patienten eingesetzt. Etwa bei einer Blasenentzündung. Denn hier wird fast schon reflexartig zu einem beliebigen Breitbandantibiotikum gegriffen. Dabei ist nur in der Hälfte der Fälle das Bakterium e.coli vorhanden. In den meisten Fällen wird das Bakterium aber nicht einmal bestimmt. Und so kommt es zu Resistenzen gegenüber diesen antibiotischen Medikamenten und führt dazu, dass das Wundermittel Antibiotikum nicht mehr wirkt.

Entstehung von Resistenzen

Jährlich sterben nach Schätzungen der EU rund 25.000 Menschen an schweren Infektionen mit resistenten Bakterien.

Es ist ein Problem, das schon lange bekannt ist, für das es bis jetzt aber immer eine Lösung gegeben hat – das Entstehen von Resistenzen. Man konnte auf neue Arzneimittel ausweichen, wenn die alten nicht mehr wirkten. Heutzutage können neue Antibiotika aber nicht mehr schnell genug bereitgestellt werden, denn es dauert bis zu zehn Jahre,   bis ein neues Antibiotikum entwickelt wird. So müssen die alten, nicht mehr so wirksamen Präparate häufiger verwendet werden. Das fördert die Resistenzen und immer mehr Erreger entwickeln immer schneller Resistenzen gegenüber den gängigen Antibiotika.  

Das leichtfertige und falsche Verschreiben von Antibiotika (siehe weiter oben) führt also zu den gefürchteten Resistenzen. Doch auch der überdurchschnittliche Einsatz von Antibiotika in der Tiermast führt dazu, dass wir gegen diese Medikamente resistent werden. Schätzungen zufolge werden bis zu 80 Prozent Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt. Da das Immunsystem der zusammengepferchten Tiere derart schwach ist, bleibt nach Ansicht vieler Bauern keine andere Wahl. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung kommen Antibiotika also in großen Mengen zum Einsatz. Allein im Jahr 2015 wurden in Österreich fast 46 Tonnen davon an Nutztiere verfüttert. In Deutschland schätzte man den Verbrauch im Jahr 2010 sogar auf 1000 Tonnen. Doch die Medikamente werden nicht bloß zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Nein. Auch gesunde Tiere werden „vorsorglich“ damit vollgestopft. Das Problem des massenhaften Einsatzes ist gleich wie jenes bei den Menschen. Die Gefahr, dass sich resistente Bakterienstämme bilden ist groß. Ob die Resistenzen, die in der Nutztierhaltung entstehen, auch eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen, wurde jedoch kaum untersucht. Es gibt jedoch Studien die beweisen, dass etwa Personen die in der Viehzucht arbeiten, häufiger von resistenten Keimen betroffen sind als Personen aus der Allgemeinbevölkerung. Diese Risikogruppe könnte resistente Bakterien in Krankenhäuser einschleppen.  

Antibiotika in der Tierhaltung, übermäßige bzw. fehlerhafte Verschreibung und die Krankenhauskeime 

Ein weiteres Problem stellen also Krankenhäuser dar. Dort finden sich immer häufiger resistente oder sogar multiresistente Bakterienstämme. Für gesunde Menschen stellen diese Bakterien keinerlei Probleme dar, doch bei immungeschwächten oder alten Personen, bei Frühchen oder schwer Kranken und Verletzten haben sie leichtes Spiel. Wenn es sich dann um einen dieser resistenten oder multiresistenten Keimen handelt, dann kann die Behandlung zur Herausforderung werden und der Heilungsverlauf ist langwierig und schwierig. Häufig führt der Kontakt mit den resistenten Keimen zum Tod. In deutschen Krankenhäusern infizieren sich jährlich fast eine Million Patienten mit  solchen resistenten Keimen. Und nach Schätzungen der EU sterben jährlich rund 25.000 Menschen an Infektionen mit diesen resistenten Keimen. 

Die Gründe für die Zunahme der Antibiotikaresistenzen sehen Experten in erster Linie darin, dass viele Ärzte diese Medikamente zu leichtfertig verordnen. Auch werden immer häufiger Präparate mit einem breiten Wirkspektrum eingesetzt. Diese führen leichter und häufiger zu Resistenzen, denn das Medikament hat sämtliche Konkurrenten des Erregers beseitigt und ein resistenter Keim findet leichter ideale Bedingungen für seine Vermehrung. Die Konsequenz daraus ist, dass der Anteil (multi)resistenter Erreger in Krankenhäusern und in der ambulanten Versorgung deutlich gestiegen ist. 

Was tun gegen die Gefahr der Antibiotika?

Nicht nur in Europa, weltweit werden also antibiotische Mittel unkritisch und ungerechtfertigt verschrieben. Gesundheitsexperten stufen den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika in der Medizin als eine wesentliche Ursache für das Resistenzproblem ein.  Aber auch die Patienten selbst und Eltern tragen durch ihr Verhalten zur Resistenzbildung bei. Denn nicht selten werden schon bei kleinstem Schnupfen oder Infekten Antibiotika gefordert, obwohl sie bei Virusarten gar nicht helfen. Die Medikamente werden oftmals auch nicht ordnungsgemäß eingenommen, da die Patienten etwa die Einnahme zu früh beenden.

Eine Strategie zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz ist natürlich die Reduktion der Verschreibung durch die Ärzte und die Aufklärung der Bevölkerung über das richtige Anwenden dieser Medikamente. Außerdem sollte die Gabe von Breitbandantibiotika stark eingeschränkt werden und stattdessen eine umfassendere ärztliche Untersuchung, um das exakte krankheitserregende Bakterium feststellen  und folgedessen ein spezifisches Antibiotika verschreiben zu können.  Im Krankenhaus sind besonders alle Hygienemaßnahmen vom Händewaschen bis zu speziellen Verhaltensmaßregeln und Verfahren einzuhalten. 

Als Alternative bleiben immer noch Naturheilmittel mit antibiotischer Wirkung, so wie es das Antibiotikum, das Penicillin, selbst einst war. Es gibt viele Lebensmittel, die antibakteriell wirken und somit als „Vorsorge“ geeignet sind. Doch es gibt auch Pflanzen und Heilmittel in unserer Natur, die eine antibiotische Wirkung haben. Wie etwa das Senföl, das Korianderöl oder die Pflanze Kapland-Pelargonie. Mehr zu diesen natürlichen Alternativen findet ihr hier und hier. 


Quelle:

  • Germap 2008: Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch. Bericht über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin in Deutschland. (PDF)

 

***Hinweis: Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir über unsere eigenen Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Wir sind keine Mediziner oder Ernährungsberater. Das Lesen dieses Artikels ersetzt weder eine ärztliche noch eine andere therapeutische Behandlung. Wenn du eine ernsthafte gesundheitsbedrohliche Krankheit hast, ziehe bitte zusätzlich einen Experten bzw. Arzt zurate. Mehr zu unserer Geschichte bzw. unseren Erfahrungen kannst du in den Artikeln „Mein Leben – Mein Weg“ und „Gemeinsam sind wir stark“ sowie auf der Seite „Über uns“ nachlesen.***

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